Grimme Online Award 2003

Die Preisträger

Kategorie Web-Media

Intel PUBLIKUMSPREIS



Preisträger des Grimme Online Award TV



Käpt’n Blaubär, Westdeutscher Rundfunk (WDR)

 

Internetadresse: www.kaeptn-blaubaer.de

Für Konzeption und Gestaltung

Konzeption: Brigitta Mühlenbeck, WDR

Realisierung: Karsten Steens, Clicktivities AG, Düsseldorf

Inhalt:
Die Website des Blaubären greift das Bild der beliebten Figur aus der Fernsehserie auf und schafft als Erweiterung ein attraktives und eigenständiges Internet-Entertainment für Klein und Groß. Ob man sich selbst als Lügenbär beweist und eine Geschichte zur Veröffentlichung einreicht oder Ausschnitte aus der Fernsehserie sehen möchte, die Site ist mit kindgerechter Navigation ausgestattet, und die Möglichkeit der Vollbildanzeige auf dem Monitor erleichtert es, ganz von der Blaubärenwelt gefesselt zu werden. Hintergrundinformationen zum Wahrheitsgehalt der Bärengeschichten und Spiele, bei denen es auch etwas zu lernen gibt, viele Features zum Runterladen, die Verwendung der Originalstimmen aus dem Fernsehen und Tipps für Kinder als Internetanfänger runden das Bild ab.

Begründung der Jury:
Bei keiner anderen Nominierung war die Jury so einhellig der Meinung: Dieses Webangebot ist preiswürdig! In der Flash-Version hebt sich Käpt'n Blaubär mit gelungener Grafik und Animation im Vollbild wohltuend vom üblichen Spalten-Layout der TV-Portale ab. Die musikalische Untermalung, die Sprechtexte mit Originalstimmen und die originellen Button-Geräusche sorgen für Atmosphäre. Der Stil der TV-Sendung ist dank aktiver Beteiligung der Hauptfiguren gut erkennbar – gleichzeitig beweist das Webangebot Eigenständigkeit.
Geboten werden unter anderem Geschichten zum Weiterschreiben, die ebenso wie die eingesandten Bilder und Lügen der Userinnen und User monatlich prämiert und auf der Website ausgestellt werden. Man kann mit Käpt'n Blaubär über die Weltmeere segeln bis zu den Osterinseln, sich bei Karin in der Schatzkammer mit Ausmalbildern, Bastelanleitungen, Bildschirmschonern und Sounds versorgen oder mit den Bärchen Blaubär-Filme gucken. Unterhaltung ist unaufdringlich mit Wissensvermittlung verknüpft und ausgewählte externe Links werden geboten.
Die Navigation ist intuitiv, die Aufbereitung der Inhalte verlockt zum Stöbern und Erkunden. Die Jury erfreute sich an der interaktiven Erlebnisqualität der Site und testete sie auch mit jungen Nutzern bis 10 Jahre – ihr Urteil: "cool".

 
 



LexiTV , Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)

 

Internetadresse nicht mehr verfügbar

Für Konzeption und Idee

Konzeption und Produktion: Elser Maxwell, Thomas Malz, Cine Plus

Idee: Redaktion Bildung und Wissenschaft, Bernhard Wiedemann, MDR

Online Redaktionsleitung: Michael Schmittbetz, Cine Plus

Online Redakteurin: Christiane Nienhold, Cine Plus

Design: Julika Matthess
www.lexi-tv.de ist eine Produktion der Cine Plus Leipzig GmbH in Zusammenarbeit mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), gefördert durch die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM)

Inhalt:
Als „Videothek des Wissens“ ist Lexi-tv.de ein lexikalisch ausgerichtetes Online-Magazin zur gleichnamigen Fernsehsendung des MDR. Die Themen werden durch die Online-Redaktion erweitert und für die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Internet aufbereitet. Der User kann Wissensbeiträge mit Text-, Bild- und Filmmaterial sichten. Jede Woche wird Lexi-tv.de um bis zu 10 Themenbegriffe erweitert.

Begründung der Jury:
Die klare Gestaltung und angenehme Farbgebung von LexiTV lädt zum Verweilen ein, die journalistische Aufbereitung der Texte wie auch die Qualität der Darstellungen verleitet zum Flanieren durch die Site. Ganz nebenbei erfährt man Interessantes über Ufos, Tunnel und Türme.
Das Genre der Wissenssendungen und Wissenssites boomt in Zeiten journalistischer und ökonomischer Flauten. Nach durchstandenem Börsenfieber sucht das Publikum nach Orientierung. In diesem Boom kreiert die Website von LexiTV einen eigenen Stil, der zwischen trockener Wissenschaftsdarstellung und der Verklärung von Banalitäten zu Wissensthemen seinen Weg sucht. In einer umfassenden und dennoch übersichtlichen Aufbereitung der vielfältigen Themen - alles andere als alltäglich im Internet - werden Fakten, Anekdoten, Forschungsergebnisse und lexikalische Erklärungen zu einer angenehmen Lektüre verknüpft. Filmausschnitte bieten sich in handhabbaren Clips an. Eine bessere externe Verlinkung der Site wäre wünschenswert.

 
 



Östlich der Sonne, Westdeutscher Rundfunk (WDR)

 

Internetadresse nicht mehr verfügbar

Für Gesamtverantwortung und Gestaltung

Projektleitung: Käthe Day, WDR-Internetredaktion; Stefan Moll, Leiter derWDR-Internetredaktion

Gestaltung: Fa. Rubinmedia, Christiane Wolf, Sascha Mandelkow 

Redaktionelle Mitarbeit: Babett Walter

Inhalt:
Grundlage ist die gleichnamige Fernsehreihe zur Reise “Vom Baikalsee bis nach Alaska“ von Klaus Bednarz auf den historischen Spuren der frühen Siedler des amerikanischen Kontinents. Mit ihm besucht er das kälteste Dorf der Welt, er macht Station in einem Straflager der Stalinzeit, begegnet Walfängern und Archäologen.
Aufwendige Flash-Intros führen in die einzelnen Beiträge ein. Dem Betrachter stehen nicht nur Filmausschnitte aus der Dokumentation zur Verfügung, auch alle bedeutenden Stichworte können in einem Lexikon abgerufen werden. Alle nachträglichen Sendetermine werden fortlaufend in das Angebot integriert.


Begründung der Jury:
Das Begleitangebot zum Fernseh-Dreiteiler „Östlich der Sonne“ ist eine multimediale Komposition, in der Text, Animation, Musik, Fotos und Video fein aufeinander abgestimmt sind. Die Website zieht die Nutzerinnen und Nutzer mit den Mitteln der Reisereportage ins Thema hinein. Die Mischung aus Atmosphäre, persönlichen Begegnungen und Informationen, die den Fernsehfilm auszeichnet, wird ins Internet übertragen und dort medienadäquat umgesetzt.
Verzichtet wird auf Pixel-Pyrotechnik, auf grelle Farben und blinkende Animationen. Der dezente Einsatz der Mittel wird dem Thema gerecht. Das Flash-Intro verbreitet eine ruhige Stimmung, der Nutzer taucht in eine fremde Welt ein. Hervorzuheben ist die literarische Qualität der Texte. Die Navigation orientiert sich an der Reiseroute, dadurch erhält die Website eine klare Struktur. Das Angebot schöpft die derzeitigen Möglichkeiten des Internets aus, überfordert aber nicht die Technik des Nutzers, der sich zwischen einer Flash- und einer HTML-Version entscheiden kann. Lexikon und Literaturtipps liefern gegenüber dem TV-Format einen Mehrwert.
Was die Site eindrucksvoll beweist: Auch anspruchsvolle Fernsehformate können ohne Qualitätsverlust im Internet präsentiert werden.

 
 





Preisträger des Grimme Online Award Medienjournalismus



Onlinejournalismus.de

 

Internetadresse: www.onlinejournalismus.de

Für Redaktion und Idee

Konzeption/Redaktion/Design: Roman Mischel

Konzeption/Redaktion/Newsletter: Fiete Stegers

Konzeption/Redaktion/Nutzerbetreuung: Fabian Hoberg

Gestaltung: Arjen Jonas

Redaktion: zahlreiche freie Autoren

Inhalt:
Das ehemals studentische Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, die webgerechte Aufbereitung journalistischer Inhalte voranzutreiben. Neben der Entwicklung neuer Darstellungsformen im Online-Journalismus stehen Berichte und Analysen, Praxistipps und Fallbeispiele im Mittelpunkt. Außerdem will das Angebot als Forum für Vernetzung dienen und die Nutzung des World Wide Web als journalistisches Medium fördern.

Begründung der Jury:
Gerade in Zeiten knapper Kassen und kollabierender Geschäftsmodelle der „New Economy“ ist es notwendiger denn je, sich mit den Grundlagen des journalistischen Tuns im Internet auseinanderzusetzen. Wer im Web nach journalistischen Standards sucht, seine eigene Arbeit in einen größeren Zusammenhang stellen will und sich für die Entwicklung eines kritischen Journalismus interessiert, ist bei Onlinejournalismus an der richtigen Stelle.
Die Idee der Site, sich anhand der praktischen Arbeit dem Thema zu nähern, ist ebenso vorbildlich wie der Ansatz, über Interviews und den Einsatz von Gastautoren das Thema aus möglichst vielen Perspektiven zu betrachten.
Onlinejournalismus.de monitort nicht nur die neuesten Tendenzen der publizistischen Arbeiten im Internet, sondern gibt durch seine systematische Übersicht über die einschlägige Forschung, die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen journalistischen Darstellungsformen, durch Tipps für die Ausbildung und durch Buchbesprechungen unverzichtbare Hilfestellung bei der täglichen Arbeit für alle, die das Internet als „ihren“ Arbeitsplatz betrachten.
Intelligenz auch im Detail zeichnet die Site aus: ein Newsletter, eine Suchfunktion über alle bereits veröffentlichten Stories, ein Forum und ein ausgezeichnetes kommentiertes Linkverzeichnis runden ein Angebot ab, das als „Forum für Vernetzung und Erfahrungsaustausch“ mittlerweile unverzichtbar ist.
Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass dieses Angebot sich einer privaten nicht-kommerziellen Initiative verdankt. Gerade große Anbieter könnten sich hier gleich mehrere Scheiben abschneiden: Auch ohne große Budgets und ohne „öffentliche“ Mittel ist hier eine vorbildliche Website entstanden, die ihr Themenspektrum professionell bearbeitet und die auch den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht.

 
 



Perlentaucher, Perlentaucher Medien GmbH

 

Internetadresse: www.perlentaucher.de

Für Konzeption und Idee

Mitbegründerin und Redakteurin: Anja Seeliger

Mitbegründer und Redakteur:
 Thierry Chervel

Geschäftsführer: Niclas Seeliger

Technische Leitung: Adam Cwzientzek

Inhalt:
Der Perlentaucher ist ein serviceorientiertes Kulturmagazin im Internet. Täglich verweist perlentaucher.de in der ausführlich kommentierten Presseschau, die jeden Morgen bis 9.00Uhr aktualisiert wird, auf interessante Themen in den deutschsprachigen Feuilletons. Durch die Recherche in internationalen Kulturmagazinen wird das Angebot über die nationale Kulturszene hinaus erweitert. Zudem bietet die Site eine Auswertung der Buchrezensionen der sechs besten deutschsprachigen Zeitungen.

Begründung der Jury:
Täglich ab 9 Uhr liefert der Perlentaucher dem Kulturinteressierten einen verlässlichen Zugewinn an Lebenszeit und Orientierung: "Heute in den Feuilletons" destilliert in knapp kommentierter Form die Quintessenz aus den deutschsprachigen Feuilletons. Schlüsselbegriffe sind hervorgehoben, Links führen zu den Originalbeiträgen. Am späten Mittag folgt die "Bücherschau des Tages". Der "Teletaucher" und Wochenschauen zu Büchern und Magazinen machen den Perlentaucher schließlich zum einzigartigen "Journal der Journale".
Eine kleine Redaktion betreibt - hiermit im Wortsinn - ausgezeichneten Medienjournalismus, der über die Beschäftigung mit den Medien als bloßes Thema hinausführt. Aus der effizienten und eleganten Nutzung der Möglichkeiten des Online-Mediums entsteht hier eine neue Qualität. Fein und uneitel gestaltet lässt dieser Internet-Auftritt stets dem Wort den Vortritt. Glänzende Suchfunktionen erlauben es, auf einige tausend Buchbesprechungen zuzugreifen.
Das neue Genre der Hypertextkolumne - wie sie etwa auch die nominierte Kolumne "Altpapier" der Netzeitung, allerdings stand alone, betreibt - ist eine der wenigen wirklich neuen journalistischen Darstellungsformen im Netz. Die Jury ist zu der Auffassung gekommen, dass der Perlentaucher selbst ein Kleinod ist.

 
 



Preisträger des Grimme Online Award Intel PUBLIKUMSPREIS



Der Mietmensch

 

Internetadresse nicht mehr verfügbar

Reporter: Phillip Müller

Gesamtverantwortung: Steffen Seibert

Konzept und Idee, Redaktion, Gestaltung: Dara Hassanzadeh; Alexandra Müller

Inhalt:
Phillip Müller ist der Mietmensch. Acht Wochen reiste der Online-Reporter des ZDF durch Deutschland - nach dem Motto: Ich mache jeden Job! Die Jobs wurden durch interessierte User per Mail offeriert, und jeden Tag wurde über den nächsten Job im Internet abgestimmt. Dann ging der Mietmensch an die Arbeit. Tägliche Berichte und Videos von jeder Arbeit, ob als Metzger, Altenpfleger oder Kammerjäger, machten aus dem Mietmenschen ein multimediales Ereignis im Netz. Vierzehn verschiedene Jobs arbeitete der Mietmensch ab, sie alle finden sich wohl dokumentiert im Internet wieder.