Grimme Online Award 2019

Die Preisträger

Kategorie WISSEN und BILDUNG

Kategorie SPEZIAL



Preisträger des Grimme Online Award INFORMATION



Krautreporter

 

Preis verliehen für Konzept und Umsetzung


Internetadresse:
krautreporter.de

Anbieter:
Krautreporter eG
 
Verantwortliche Personen:

Theresa Bäuerlein (Konzept und Umsetzung)
Philipp Daum (Umsetzung)
Sebastian Esser (Konzept und Umsetzung)
Christian Fahrenbach (Umsetzung)
Bent Freiwald (Umsetzung)
Vera Fröhlich (Umsetzung)
Leon Fryszer (Umsetzung)
Christian Gesellmann (Umsetzung)
Esther Göbel (Umsetzung)
Martin Gommel (Umsetzung)
Rico Grimm (Konzept und Umsetzung)
Ruben Grimm (Umsetzung)
Sara Hesse (Umsetzung)
Gregory Igelmund (Umsetzung)
Silke Jäger (Umsetzung)
Christoph Koch (Umsetzung)
Alexander Krützfeldt (Umsetzung)
Josa Mania-Schlegel (Umsetzung)
Susan Mücke (Umsetzung)
Philipp Schwörbel (Konzept und Umsetzung)
Alexander von Streit (Konzept und Umsetzung)

 

Begründung der Jury:

Die „Krautreporter“ betreiben im besten Sinne konstruktiven Journalismus – ohne ihn als solchen zu bezeichnen. Sie konkurrieren nicht mit den großen Nachrichtenportalen und gerade daraus schöpfen sie ihre publizistische Kraft. Die Redaktion erhebt nicht den Anspruch, erklären zu können, was die Welt im Innersten zusammenhält, doch sie nimmt ihren Claim „Verstehe die Zusammenhänge“ ernst. Die Leser*innen diskutieren mit der Redaktion auf Augenhöhe, ihre Fragen und Anregungen werden von den „Krautreporter“-Autor*innen aufgenommen. In vorbildlicher Weise wird hier auf die Lebenswelt der Leser*innen eingegangen, ohne ihnen nach dem Mund zu reden. Die Jury des Grimme Online Award hat die thematische Breite und Tiefe des Angebots überzeugt, die Vorbildcharakter für andere On- und Offline-Medien hat. „Krautreporter“ protokolliert die Erfahrungen von Sterbebegleiter*innen, informiert über die fehlenden Fortschritte in der Grundlagenphysik, führt in die Mysterien der klassischen Musik ein oder klärt über die Vorteile von künstlich gezüchtetem Laborfleisch auf.
Mit großen Worten waren die „Krautreporter“ an den Start gegangen und hatten sich damit neben Spendengeldern auch einige Kritik eingehandelt. Sie wollten nichts weniger als den „kaputten Journalismus“ im Internet reparieren. Fünf Jahre und etliche strukturelle, personelle und inhaltliche Veränderungen später lässt sich feststellen: Die „Krautreporter“ haben zu sich selbst gefunden und das in auszeichnungswürdiger Art und Weise.

Beschreibung:

Mit einer großen Crowdfunding-Aktion gründeten sich die „Krautreporter“ 2014 als unabhängiges Portal für qualitativ hochwertigen Online-Journalismus. Nach verschiedenen Umstrukturierungen trägt nun eine Genossenschaft die Kernredaktion. Abonnent*innen können Hintergrundberichte und Reportagen zu relevanten Themen lesen. Wert gelegt wird sowohl auf die Meinung der Genossenschaftsmitglieder als auch auf die der Abonnent*innen: Sie können nicht nur kommentieren, sondern sollen auch Ideen und Informationen einbringen.

 
 



Wem gehört Hamburg?

 

Preis verliehen für Idee, Recherche und journalistische Umsetzung

 

Internetadresse:
wem-gehoert-hamburg.de

Anbieter:
Correctiv

Verantwortliche Personen:

Margherita Bettoni (Recherche und journalistische Umsetzung)
Anne-Lise Bouyer (Idee, Recherche und journalistische Umsetzung)
Justus von Daniels (Idee, Recherche und journalistische Umsetzung)
Ruth Fend (Recherche und journalistische Umsetzung)
Elisa Harlan (Umsetzung)
Knut Hühne (Umsetzung)
Ivo Mayr (Umsetzung)
Jonathan Sachse (Idee, Recherche und journalistische Umsetzung)
Benjamin Schubert (Umsetzung)
Jonas Seufert (Umsetzung)
Simon Wörpel (Recherche und journalistische Umsetzung)

 

Begründung der Jury:

Der Wohnungsmarkt in Städten ist zunehmend geprägt von stark steigenden Mieten. Undurchsichtige Eigentumsverhältnisse und unseriöse Vermieter*innen machen den Mieter*innen zu schaffen und bringen die gesamte Branche in Verruf. „Correctiv“ hat es sich zum Ziel gesetzt, hier Transparenz herzustellen und die Verhältnisse auf der Basis von Datenanalysen und Einzelfallauswertungen auszuleuchten – Stadt für Stadt, jeweils mit einem lokalen Kooperationspartner.
Bereits beim Hamburger Modellprojekt gemeinsam mit dem „Hamburger Abendblatt“ konnten so wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden für eine der wichtigsten gesellschaftlichen Debatten derzeit. Offengelegt wurden verschachtelte Unternehmensstrukturen, die systematische Verdrängung von Mieter*innen zur Profitmaximierung und Tricks zu exorbitanten Mietsteigerungen an den Gesetzen vorbei.
Neben der Relevanz des Themas zeichnet das Projekt vor allem die interaktive Recherche über den extra eingerichteten Newsroom aus. Auch die journalistische Umsetzung sowie die Visualisierung und der sensible Umgang mit den gewonnenen Daten haben die Jury überzeugt. Hervorzuheben sind zudem die Veranstaltungen mit Mieter*innen, Vermieter*innen und Verbänden, die zur Projektidee gehören. Dort werden die Ergebnisse der digitalen Recherche mit der Stadtgesellschaft und der Politik diskutiert. „Wem gehört Hamburg?“ ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Journalismus im Netz und unter Nutzung digitaler Tools seiner gesellschaftlichen Aufgabe und Verantwortung gerecht werden kann.

Beschreibung:

Gemeinsam mit dem „Hamburger Abendblatt“ hat das Recherchekollektiv „Correctiv“ mehr Transparenz in den Hamburger Wohnungsmarkt gebracht. In einem eigens eingerichteten Crowd-Newsroom haben sie Angaben von mehr als 1.000 Mieter*innen ausgewertet und so Eigentumsdaten zu über 15.000 Wohnungen recherchiert. In den Hintergrundgeschichten wird klar, an wen die Stadt ihr Eigentum verkauft, wessen Profitgier die Mieten in die Höhe treibt und was ein undurchsichtiger Wohnungsmarkt mit Geldwäsche zu tun hat.

 
 



Preisträger des Grimme Online Award WISSEN und BILDUNG



Ultralativ

 

Preis verliehen für Idee und Umsetzung

 

Internetadresse:
youtube.com/ultralativ

Verantwortliche Personen:
Fynn Kröger (Idee und Umsetzung)
Paul Schulte (Idee und Umsetzung)

 

Begründung der Jury:

Animiert, knapp und kritisch: Paul Schulte und Fynn Kröger schaffen mit ihren Videos ein eigenständiges Format, mit dem sie sich als Teil der kleinen, medienkritischen Szene auf YouTube genau dort mit ihrem Medium auseinandersetzen.
Mit Verbildlichungen und klaren Argumenten  behandeln sie in den durchschnittlich zwei- bis fünfminütigen Videos aktuelle und relevante Themen aus dem und rund ums Internet. Auch komplexe Sachverhalte erklärt das YouTube-Duo so knapp zusammengefasst, dass jeder die Zeit finden sollte, sich zu informieren. Hierbei schafft es durch eine professionelle und ansprechende visuelle Aufbereitung der Themen eine bemerkenswerte Stringenz und Qualität, die im übersaturierten YouTube-Kosmos oft nicht gegeben ist.
Ausgehend von einer tiefen Recherche bietet „Ultralativ“ ein leicht konsumierbares Angebot, das unterhaltsam ist, dem es aber nicht an inhaltlicher Tiefe mangelt – ganz im Gegenteil: Um komplizierte Themen für Jugendliche verständlich zu machen, nutzen Schulte und Kröger Referenzen aus aktuellen, „trendigen“ Mainstream-Themen des Internets. Hierbei scheuen sie sich auch nicht davor, die Influencer- und YouTuber-Elite sowie ihren Einfluss und ihr Handeln zu kritisieren. Zusätzlich setzen sie sich in ihrem knappen Format namens „Wochenschau“ regelmäßig mit aktuellen Geschehnissen der YouTube-Sphäre auseinander. Das junge Format sorgt mit satirisch-provokativer, jedoch durchdachter Kritik gegenüber den Online-Vorbildern der Jugend für mehr Transparenz in der oftmals undurchsichtigen und kommerzialisierten Internet-Szene.

Beschreibung:

Paul Schulte und Fynn Kröger veröffentlichen auf ihrem YouTube-Kanal „Ultralativ“ Videoessays über „YouTube, das Internet und den ganzen absurden Rest“. Inden zurückhaltend animierten Videos beschäftigen sie sich mit dem EU-Urheberrecht, mit der Vorbildfunktion von Influencern oder den Machtverhältnissen auf YouTube. Zusätzlich informieren die beiden Studenten in der „Wochenschau“ über aktuelle Ereignisse aus dem YouTuber-Universum und liefern so eine fundierte und trotzdem leicht konsumierbare Medienkritik.

 
 



Preisträger des Grimme Online Award KULTUR und UNTERHALTUNG



Buterbrod und Spiele

 

Preis verliehen für Konzept, Autorenschaft und Bildsprache

 

Internetadresse:
buterbrod-und-spiele.de

Verantwortliche Personen:

Christian Frey (Konzept, Autorenschaft und Bildsprache)
Moritz Gathmann (Konzept, Autorenschaft und Bildsprache)

 

Begründung der Jury:

Großereignisse wie eine Fußballweltmeisterschaft bringen eine Vielzahl an Berichten, Reportagen, Dokumentationen mit sich, deren Fokus naturgemäß auf der sportlichen Berichterstattung liegt. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 haben sich Christian Frey und Moritz Gathmann fernab der Austragungsorte auf eine crowdfinanzierte Reportage-Reise nach Russland begeben und den Leser*innen in atmosphärisch dichten Texten und Bildern Land und Leute nahegebracht.
Bei keiner anderen Fußball-WM hat es so gut gepasst, das Augenmerk fernab der Spiele auf die Stimmung im Land zu richten, waren doch Vergabe und politische Instrumentalisierung des Ereignisses die prägenden Themen. „Buterbrod und Spiele“ präsentiert uns gut ausgesuchte Protagonist*innen, die sehr eindrücklich Auskunft geben über den russischen Alltag an Orten, wo der Trubel des Sportevents nicht direkt zu spüren ist. Die umfangreiche Russland-Expertise von Moritz Gathmann ist durchweg zu spüren und die Fotos von Christian Frey fangen Landschaft und Leute entlang der Reiseroute sehenswert ein.
Die Jury hat nicht nur der Inhalt des Angebots beeindruckt, sondern auch die Transparenz des Crowdfunding bei Einnahmen wie Ausgaben. Neben der herausragenden journalistischen Qualität zeigt sich hier der netzpublizistische Vorzug von „Buterbrod und Spiele“: Es nutzt die Feedback-Möglichkeiten des Netzes und macht die Wechselwirkung zwischen Anbieter und Nutzer*innen sichtbar.

Beschreibung:

Zur Fußball-WM 2018 in Russland waren Christian Frey und Moritz Gathmann abseits der Spielorte unterwegs. In ihrem Blog „Buterbrod und Spiele“ sprechen sie mit einem Comiczeichner aus der prosperierenden sibirischen Stadt Tjumen oder lassen sich von einem Nachfahren schwäbischer Siedler erzählen, was sich seit Sowjetzeiten geändert hat. Dabei haben die Autoren nicht nur ihre Crowdfunding-Einnahmen genau aufgeführt, auch die Ausgaben machen sie transparent – von der Logogestaltung über Wodka bis Mückenschutz.

 
 



Krieg und Freitag

 

Preis verliehen für Idee und Umsetzung

 

Internetadresse:
twitter.com/kriegundfreitag

Verantwortliche Person:
Tobias Vogel (Idee und Umsetzung)

 

Begründung der Jury:

Auch als „Grandseigneur des geringen Talents“ kann man einen Grimme Online Award gewinnen. Das beweist Tobias Vogel mit seinem Satire-Format „Krieg und Freitag“. Wenig Talent? Nicht ganz! In  einfachen aber bestechenden Strichmännchen-Zeichnungen schafft es Tobias Vogel, aktuelle Themen und Gefühlszustände aufzugreifen und mit einem sehr besonderen Humor aufs Papier und dann ins Netz zu bringen. So kreiert er ein ganz eigenes Format: einfach, aus ein paar Strichen, Bilder und Texte, die einen zum Schmunzeln bringen oder zum Denken anregen. In dieser Kürze und im Kontrast aus äußerst einfacher Bildsprache, pointiertem Sprachwitz und intelligenten Themen liegt die Faszination.
Das macht seine Kunst zugänglich für jeden. Das, was die Karikatur in der Zeitung ist, ist „Krieg und Freitag“ im Netz. Für viele sind die Zeichnungen von „Krieg und Freitag“ somit zur alltäglichen, humoristischen Begleitung geworden. Unter Formaten, die vor neuen Technologien und herausragender Umsetzung strotzen, tut die Einfachheit der Arbeit von Tobias Vogel gut. Über Twitter, Instagram und Facebook veröffentlicht er seine Zeichnungen und hat sich bereits eine beeindruckende Community aufgebaut. Seine täglichen Veröffentlichungen werden ergänzt durch Aktionen wie der wöchentlichen #ichgebeauf-Aufgabe an seine Follower oder Einzelaktionen wie die  Strichmännchenkette für die Flüchtlingshilfe. Herausragend in seiner Einfachheit und Direktheit – das ist „Krieg und Freitag“ von Tobias Vogel.

Beschreibung:

Wer nicht zeichnen kann, kann keine Comics veröffentlichen? Tobias Vogel beweist mit seinen Zeichnungen für „Krieg und Freitag“ das Gegenteil. Auf Twitter, Facebook und Instagram veröffentlicht er regelmäßig Strichmännchen-Zeichnungen zu gesellschaftlichen, politischen oder auch persönlichen Themen. Dabei trifft er immer genau den Punkt – und den humoristischen Nerv seiner Follower, die er insbesondere mit seinen Sonntagsaufgaben unter dem Hashtag #ichgebeauf zur Interaktion anregt.

 
 



Mensch Mutta.

 

Preis verliehen für Idee, Autorenschaft und Umsetzung

 

Internetadresse:
menschmutta.de

Verantwortliche Personen:

Chill Carrier aka Sebastian Kretzschmar (Umsetzung)
Melanie Gywer (Umsetzung)
Karl Stefan Röser (Umsetzung)
Fabian Schaller (Umsetzung)
Katharina Thoms (Idee, Autorenschaft und Umsetzung)

 

Begründung der Jury:

Im 30. Jahr des Mauerfalls verändert sich die Sicht auf das geteilte Deutschland: Die unmittelbare Aufarbeitung ist erfolgt, jetzt geht es um die Rückschau – auch mit Oral History, die sich mit Protagonisten auseinandersetzen muss, deren Erinnerungen verblassen. Der Podcast „Mensch Mutta.“ ist ein wichtiger Beitrag zur Geschichtsschreibung und dieser Retrospektive. Das Projekt nähert sich der Zeit in der DDR auf eine ganz eigene Art und Weise: Persönlich, für alle zugänglich und miterlebbar, kritisch – ohne dass die eigene Familie vorgeführt wird. Dieser Balanceakt gelingt Katharina Thoms durch ihre charmante Gesprächsführung, aber auch durch die inhaltlich und gestalterisch liebevolle Umsetzung des Podcasts und der begleitenden Website. Statt zu lange Gespräche zu podcasten, kuratiert Thoms die Interviews, schafft Spannungsbögen und bietet mit der Folgen- und Kapiteleinteilung Orientierung.
Wer früher im Osten gelebt hat, wird auf Vertrautes stoßen und kann sich noch einmal mit der eigenen Geschichte auseinandersetzen. Wer früher im Westen gelebt hat, wird durch diesen authentischen Podcast viele Dinge erfahren, die jenseits der Mauer nicht bekannt waren. Die Hörer*innen spüren den Drang der Hörfunkjournalistin – mit allen Möglichkeiten, die Audio ermöglicht – Geschichten und Geschichte erzählen zu wollen. Auch dank der Unterstützung durch Gestalter*innen und Programmierer ist hier ein besonderes Gemeinschaftsangebot entstanden. Das Freizeitprojekt hat Vorbildcharakter für Audio-Angebote auch anderer, professioneller Medien.

Beschreibung:

Die Mutter der Journalistin Katharina Thoms hat ihr halbes Leben in der DDR verbracht. Ein ganz normales Leben, dachten beide lange Zeit. Im Gespräch für die sieben Folgen des Podcasts „Mensch Mutta.“ zeigen sich die kleinen Besonderheiten in der Vergangenheit der Mutter: die Arbeit im katholischen Ferienheim für Kinder, der von der Tante aus Kanada bezahlte Farbfernseher oder die verschlafene Nachricht vom Fall der Mauer. Eine kurzweilige und professionell produzierte Geschichtsvermittlung aus persönlicher Sicht.

 
 



Techniktagebuch

 

Preis verliehen für Idee und Konzept

 

Internetadresse:
techniktagebuch.tumblr.com

Verantwortliche Personen:

Kathrin Passig (Idee und Konzept)
Anne Schüßler (Idee und Konzept)
 
Mitwirkende:

Christopher Bergmann (Redaktion)
Tanja Braun (Autorenschaft)
Christian Fischer (Autorenschaft)
Torsten Gaitzsch (Autorenschaft)
Henning Grote (Redaktion)
Inés Gutiérrez (Redaktion)
Angela Heider-Willms (Redaktion)
Kerstin Hoffmann (Autorenschaft)
Thomas Jungbluth (Redaktion)
Lukas Daniel Klausner (Redaktion)
Volker König (Redaktion)
Kristin Kopf (Redaktion)
Oliver Laumann (Redaktion)
Verena Lenes (Redaktion)
Undine Löhfelm (Redaktion)
Felix Lorenz (Redaktion)
Alexander Matzkeit (Redaktion)
Andrea Mesch (Autorenschaft)
Johannes Mirus (Redaktion)
Clemens Möller (Redaktion)
Eva Müller (Redaktion)
Felix Neumann (Autorenschaft)
Maik Novotny (Autorenschaft)
Franziska Nyffenegger (Autorenschaft)
Armin Ortmann (Redaktion)
Tilman Otter (Redaktion)
Jochen Schmidt (Autorenschaft)
Aleks Scholz (Autorenschaft)
Esther Seyffarth (Redaktion)
André Spiegel (Redaktion)
Andreas Stahl (Redaktion)
Alexander Stielau (Redaktion)
Ira Strübel (Redaktion)
Ellen Väthjunker (Autorenschaft)
Thomas Wiegold (Redaktion)
Markus Winninghoff (Redaktion)
Pia Ziefle (Autorenschaft)
sowie zahlreiche weitere Autor*innen

 

Begründung der Jury:

Über die Zukunft staunen, über die Vergangenheit lachen. Auf den ersten Blick kommt das „Techniktagebuch“ wie ein schnödes Gruppenblog daher, in dem Anekdoten aus dem persönlichen Umgang mit Technik notiert werden. Doch je länger sich die Leser*innen mit dem Blog beschäftigen und je länger das Projekt im Netz steht und wächst, desto mehr wird es zu einem Gesamtkunstwerk.
Kathrin Passig und Anne Schüßler haben einen einmaligen Ort im Netz geschaffen. Einen Zeitstrahl, der nicht nur Veränderung, Fortschritt, sondern auch die Unwägbarkeiten im Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine festhält. Das Konzept hat eine Tiefe, die zu selten bei Webprojekten ist. In Kombination mit der Langlebigkeit ist ein Projekt von außerordentlicher Qualität entstanden.
Das Blog lebt von seiner Offenheit all denjenigen gegenüber, die ihre Technikerfahrungen teilen möchten. Die zahlreichen Autor*innen bringen das Blog zum Leben, dennoch wirken die Texte wie aus einem Guss. Die engagierte Redaktion gewährleistet die Qualität der Beiträge. Das Angebot schlägt dabei die Brücke zwischen den Generationen und setzt dem Technikfrust etwas entgegen. Die positive Grundhaltung gegenüber technischer Veränderung ist in der deutschen Publizistik alles andere als selbstverständlich – das „Techniktagebuch“ setzt ein Zeichen dagegen. Das Spiel mit der Zeit lädt auch seine Leser*innen zum Gedankenspiel ein: Gewöhnliche technische Gewohnheiten von heute können in der Zukunft lächerlich wirken, aber in der Vergangenheit noch reinste Utopie gewesen sein.

Beschreibung:

„Ja, jetzt ist das langweilig. Aber in zwanzig Jahren!“ – so lautet der Untertitel des Gruppen-Weblogs „Techniktagebuch“. Langweilig sind die Beschreibungenalltäglicher Technik-Erfahrungen auch heute nicht, meist sogar sehr aufschlussreich und komisch. Die vielen Autor*innen und das Redaktionsteam berichten in hoher Frequenz über die Milchzapfstelle beim Bauern genauso wie über papierlose Tickets. Dabei handeln die Berichte mitnichten immer vom Scheitern, sondern oft von plötzlicher Erkenntnis und Faszination.

 
 



Preisträger des Grimme Online Award SPEZIAL



TINCON

 

Preis verliehen für Idee, Konzept und Umsetzung

 

Internetadresse:
tincon.org

Anbieter:
TINCON e.V.

Verantwortliche Personen:

Luise Bartels (Umsetzung)
Carla Barzen (Konzept und Umsetzung)
Julius Sumit Becher (Umsetzung)
Sheherazade Becker (Konzept und Umsetzung)
Christoph Boecken (Umsetzung)
Jean Dumler (Umsetzung)
Silke Eiselt (Umsetzung)
Johnny Haeusler (Idee, Konzept und Umsetzung)
Tanja Haeusler (Idee, Konzept und Umsetzung)
Anna Hansen (Umsetzung)
Mariella Hettich (Umsetzung)
Kristin Hirschmann (Konzept und Umsetzung)
Max Kremer (Umsetzung)
Verena Kriz (Umsetzung)
Laura-Elisa Langanke (Konzept und Umsetzung)
Hai Anh Nguyen (Umsetzung)
Jans Magnus Nikolaus (Umsetzung)
Toni Nolde (Umsetzung)
Pascal Schalk (Umsetzung)
Leyla Sünnenwold (Konzept und Umsetzung)
Kaan Sünnenwold (Konzept und Umsetzung)
Sophia Vogel (Umsetzung)

Mitwirkende:
Micky
Scotty

 

Begründung der Jury:

Dieser „ganze tolle Irrsinn“ – so beschreibt sich die „Teenageinternetwork Convention“ (TINCON) in ihrem Jubelposting zur Nominierung selbst. Und in der Tat, so ein breit und hochkarätig angelegtes Nachwuchsfestival zu Internet-Themen zu entwickeln und dann als regelmäßiges Veranstaltungsformat von den Jugendlichen weitgehend selbstständig organisieren zu lassen, das grenzt an genialen Wahnsinn.
Dabei war es dringend an der Zeit: Noch viel zu oft wird Medienbildung als Einbahnstraße gedacht, in der erwachsene Expert*innen die hilf- und ahnungslosen Kids mit erhobenem Zeigefinger belehren – während doch in Wahrheit die Teenager ihren Eltern und den Expert*innen meist um mehrere Nasenlängen voraus sind und einen klareren Blick für Chancen und Risiken der digitalen Lebenswelten haben als diese.
Tanja und Johnny Haeusler, selbst internetaffin und Eltern digitalisierten Nachwuchses, haben den jungen Leuten dauerhaft Raum geschaffen, sich miteinander über solche Themen auseinanderzusetzen und voneinander zu lernen. Mehr noch, sie haben den
Nachwuchs mit diesem Projekt erfolgreich in den öffentlichen Raum gestellt und so Konzept und Ereignis selbst zur publizistischen Plattform gemacht. Die Jury honoriert die TINCON als ein überfälliges Schaufenster für die alles entscheidende Perspektive der Jugendlichen. Denn diese werden auch zukünftig mit dem leben müssen, was heute noch – im positiven wie negativen Sinne – Vision ist.

Beschreibung:

Die „Teenageinternetwork Convention“ TINCON gibt seit 2016 der jungen Generation zwischen 13 und 21 Jahren einen Diskursraum, die Themen ihrer digitalen Lebenswirklichkeit und Zukunft auch offline zu vertreten. Das Programm der Veranstaltungen wird von Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst geplant und hat einen starken Fokus auf gesellschaftlich relevante Themen aus YouTube, Instagram oder Gaming. Die Konferenzinhalte werden im Anschluss auf der Website als Videos veröffentlicht und so für alle zugänglich.

 
 



Preisträger des Grimme Online Award PUBLIKUMSPREIS



Einigkeit & Rap & Freiheit

 

Hubertus Koch spricht in seinem YouTube-Format „Einigkeit & Rap & Freiheit“ mit Deutsch-Rappern über ihre Musik, vor allem aber über Themen wie Politik, Klimawandel oder auch Antisemitismus. So erreicht er mit dem funk-Angebot eine jugendliche Zielgruppe mit relevanten Themen und einer kritischen Haltung, auch gegenüber Teilen der Rap-Szene. Die Fans der lockeren und spontan wirkenden Gespräche denken diese in den Kommentaren weiter – und die bilden so die Grundlage für die nächsten Interviews.

Anbieter: funk / Radio Bremen
Moderation: Hubertus Koch (sendefähig GmbH)
Redaktionsleitung: Hubertus Koch
Creative Producer: Christian Tipke (sendefähig GmbH)
Redaktion: Tom Beyer, Marcello Bonventre, Helge Haas, Lina Kokaly; Refiye Ellek, Maximilian Kamp (sendefähig GmbH)
Social Media Management: Denise Rhode
Produktion: Christoph Dohne, Tim Tihon
Kamera, Schnitt: Steven Breden, Ilhan Coskun, Florian Gerding, Jurek Veit
Grafik: Pia Boone, Sönke Busch, Karen Grebhan

Internetadresse: youtube.com/c/EinigkeitRapFreiheit