Grimme Online Award 2021

#StolenMemory

Preis verliehen für Idee, Konzept und Gestaltung

 

Internetadresse: stolenmemory.org

Anbieter: Arolsen Archives

Verantwortliche Personen:
Andres Alarcon (Gestaltung)
Floriane Azoulay (Idee, Konzept)
Meng Chang (Gestaltung)
Qian Hao (Gestaltung)
Dorothee Kaser (Idee, Konzept)
Arne Keunecke (Konzept)
Kika Klat (Gestaltung)
Sandra Klitsche (Konzept)
Charlotte Klug (Gestaltung)
Francesca La Vigna (Konzept)
Toby Mory (Gestaltung)
Anke Münster (Idee, Konzept)
Leo Rey (Gestaltung)
Angela Schulz zur Wiesch (Gestaltung)
Cristina Tarpo-Wittich (Gestaltung)

Mitwirkende:
René Arnold (Kamera Interviews Angehörige)
Petter Astedt (Programmierung)
Peter Becker (Sprecher)
Henning Borggräfe (Historische Beratung, Bildungsmaterial)
Uwe Bossenz (Sounddesign, Komposition)
Mykola Chernyshevskyi (Programmierung)
Sophia Engelhardt (Programmierung)
Fabian Fenk (Sounddesign, Komposition)
Ashanti Haring (Programmierung)
Roland Hemmo (Sprecher)
Johanna Ickert (Interviews Angehörige, Schnitt)
Luise Lunow (Sprecherin)
Nikolaus Radeke (Sprachaufnahme)
Juhan Soone (Programmierung)


Begründung der Jury:
Die Ohrringe von Helena Poterska – goldfarben mit roten tropfenförmigen Steinen – brennen sich ins Gedächtnis ein. Helena wurde mit 16 Jahren auf ihrem Schulweg von der Gestapo verhaftet, sie überlebte eine Odyssee durch verschiedene Konzentrationslager und vier Jahre Zwangsarbeit. Die Ohrringe, die sie bei ihrer Verhaftung trug, gehörten zu den Effekten, die in den Arolsen Archives lagern. 77 Jahre später konnten diese Ohrringe ihren Töchtern übergeben werden. „#StolenMemory“ erzählt eindrücklich und nüchtern zugleich Helenas Geschichte, die anderer KZ-Insass*innen und die Geschichte von 2.500 Erinnerungsstücken, die immer noch darauf warten, den Weg zu den Nachkommen ihrer ehemaligen Besitzer*innen zu finden. Die Website bietet mit ihren ästhetisch gelungenen Zugängen – Scrollytellings, Videos im Graphic-Novel-Stil, 360°-Fotografien der Effekten – die Möglichkeit, in Vergangenheit und Gegenwart einzutauchen. Beeindruckend sind die Videos mit Hinterbliebenen, zum Beispiel mit Joop Will, der 70 Jahre nach dem Tod seines Vaters dessen letzten Brief in Händen halten kann. Und das Projekt ist ein Sprungbrett in die Welt der Arolsen Archives selbst, die die Hinterlassenschaften katalogisieren und der Wissenschaft ebenso zugänglich machen wie für die noch andauernde Suche nach Vermissten und Verstorbenen. Allein die vielsprachige Interaktion in den Kommentarspalten berührt zutiefst. „#StolenMemory“ schafft eine andere Art der Geschichtserzählung – über Erinnerungen, die zurückgegeben werden.

Beschreibung:
Johannes, István und Helena – ehemalige KZ-Insass*innen, denen bei ihrer Verhaftung alle persönlichen Gegenstände abgenommen wurden. Noch heute lagern einige dieser "Effekten" in den Arolsen Archives und sollen an die Familien der Opfer zurückgegeben werden. Die Scrollytelling-Website "#StolenMemory" begleitet die Kampagne und zeichnet ausgehend von Brieftasche, Ohrringen oder Füller auf berührende Art die Lebensgeschichte der so jung Verhafteten nach. Lerneinheiten für eine junge Zielgruppe ergänzen das Angebot.

 
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